Milchfrei durch den Alltag

Avocado-Caprese

Milch ist ja wirklich überall, egal wohin man schaut: Café Latte, Joghurtbecher, Milchschokolade, Käsebrötchen, Tomate Mozzarella, Kartoffelgratin schön mit Käse überbacken…

Als ich festgestellt habe, dass ich keine Milchprodukte vertrage, war das zwar für mich persönlich nicht so problematisch. Denn die pflanzlichen Milchprodukte schmecken mir auch sehr gut. Allerdings sehe ich mich mit Problemen konfrontiert, wenn ich unterwegs bin und auf die Angebote in Cafés, Kantinen und Co. angewiesen bin.

Vegane Optionen werden immer verbreiteter, aber alltäglich sind sie noch lange nicht. Von daher muss man etwas kreativ sein… Hier meine Tipps für euch:

Fragen

„Haben Sie auch Sojamilch?“ ist meine Standard-Frage an der Kaffee Bar.
Die Nachfrage lohnt sich auf jeden Fall, wenn ihr seht, dass das Aufschäumen der Milch in einem separaten Kännchen gemacht wird.

„Können Sie den Käse bitte weglassen? Ich vertrage keine Milch.“
Ihr werdet feststellen, dass die Pasta und die Pizza auch ohne den obligatorischen Käsebelag schmecken kann. Alternativ vielleicht etwas frischer Rucola als Topping? Oder Nüsse? Wie gut die verwendeten Zutaten sind, wird ohne den Käse jedenfalls leichter erkennbar.
Eine Ofenkartoffel schmeckt übrigens sehr gut mit Salsa.

Alternativen finden

Besteht die Speisekarte nur aus tierischen Produkten und man möchte diese meiden, ist wirklich Kreativität gefordert. Aber das macht es doch auch spannend, oder?

Okay, wie also durch solch eine Karte navigieren? Schaut euch mal die Beilagen bzw. Hauptgerichte an – kann man hier durch Abwandlungen oder neue Kombinationen ein Gericht entwickeln, das euch gefällt? Zum Beispiel:

Bäckerei – statt Käsebrötchen oder Schwarzwälder-Kirsch gibt es:

Ein knackiges Kürbiskernbrötchen oder gibt es vielleicht eine Müslistange? Wenn euch mehr nach etwas Süßem zu Mute ist: Wie wäre es mit einer Nussecke? Aber bei Schokoladenkuvertüre sollte man noch mal nachfragen, ob Milch enthalten ist.

Gutbürgerlich – statt Cordon Bleu und käsigem Kartoffelgratin gibt es:

Pellkartoffeln mit einer leckeren Gemüsebeilage in Tomatensauce gedünstet und noch ein knackiger Beilagensalat dazu. Oder vielleicht doch lieber knusprige Kartoffelrösti mit Brokkoli und einem schönen Tomatensalat? Als Dessert dann traditionell Rote Grütze.

Italienisch – statt Quattro Fromaggio gibt es:

Spaghetti Promodoro mit einer leckeren Tomatensauce, aber ohne Parmesan. Penne Arrabiata … Die Auswahl ist groß. Oder eine doppelte Portion Bruschetta? Aber vorsichtig mit Pesto, dort ist Käse versteckt.

Amerikanisch – statt Cheeseburger oder Cesar’s Salad gibt es:

Pommes oder Ofenkartoffel mit Salat!

Griechisch – statt Gyrosteller mit Zaziki gibt es:

Gefüllte Weinblätter, eingelegte Champignons, leckere Oliven und Krautsalat bilden einen leckeren, sättigenden Krautsalat. Wer großen Hunger hat, der bestellt sich noch eine schöne Portion Reis dazu.

Ihr seht, ich musste bislang nicht hungrig nach Hause gehen. 😉

Was habt ihr für Tipps bei milchfreier oder veganer Ernährung für den nächsten Restaurant-Besuch?

Ingrid

9 Kommentare

  1. Ich finde es nicht so einfach im Restaurant, bin aber seitdem ich vegan lebe, auch noch nicht oft Essen gewesen. Aber fragen, ist immer eine gute Idee,Nun kommt mein Urlaub, den ich vegan verbringen will, ich bin schon gespannt, wie es klappen wird. lg Marlies

    • Einen richtigen Urlaub habe ich noch nicht vegan verbracht, lediglich ein Wochenende in Berlin. Dort ist es natürlich super einfach, tolle Restaurants zu finden. Ich habe mir aber angewöhnt, bei Ausflügen kleine Trinkpäckchen Sojamilch mit zunehmen. So muss ich morgens nicht auf mein Müsli verzichten.
      Liebe Grüße, Ingrid

  2. Danke für die tollen Tipps. Bisher esse ich vegetarisch und versuche auf soviele Milchprodukte wie möglich zu verzichten, das klappt zu Hause auch echt gut. Aber unterwegs habe ich das bisher nur einmal probiert:
    Ich war letztes Jahr mal in einem Vegetarischem / Veganen Hotel bzw. Restaurant zum Essen, da gab es nur leider nichts warmes für Veganer oder Ovo-Vegetarier. es gab zwar ein paar vegane Salate, aber die Hauptgerichte waren alle in Sahne ertränkt. Das war echt schade, da man somit kaum eine Chance hatte für das viele Geld wirklich satt zu werden.

    • Das ist wirklich ärgerlich, wenn so gar nicht auf die Wünsche von uns Kunden eingegangen wird. Immerhin ist man zahlender Gast wie alle anderen auch… Aber ich hoffe ja, dass man durch ständiges Nachfragen nach Alternativen etwas verändern kann. So assoziiert die Dame an Kaffeebar bei mir auf der Arbeit mich schon mit der Frage nach Sojamilch. Leider hatte ihr Chef bislang noch kein Einsehen. Aber ich bleibe hartnäckig… 😉

  3. Ich muß leider öfter essen gehen (Firma, Freunde) und ich habe es aufgegeben, vegan sein zu wollen in diesen Fällen.
    Denn auf der einen Seite sehe ich es nicht ein, für eine poplige Ofenkartoffel mit einem Salat 10 € oder mehr zu bezahlen (denn das kann ich zu Hause auch kochen, und das besser und billiger) und zum anderen möchte ich keine derer sein, die 5 Minuten für eine Bestellung brauchen und dann doch noch Angst haben muß, dass etwas tierisches im Essen ist.
    Gerade in der Gegend wo ich lebe ist es besonders schwierig, schon allein nur vegetarische Gerichte zu finden (LEIDER!). Das ist traurig.
    Deswegen vermeide ich, wo es geht, Essen zu gehen oder aber versuche wenigstens irgendwas vegetarisches zu finden.
    An unserer Weihnachtsfeier gab es zB ein Buffet – man sollte ja meinen, dass da auch etwas für einen Veganer dabei ist, ist ja nicht schwer.
    Falsch gedacht! Es war zwar Salat da … auch etwas!! Antipasti …. aber JEDE Salatsauce war mit Tier gemacht, Selbst die Nudeln waren Eier-Nudeln! Das war mehr als enttäuschend. Also, hab ich eben auch da vegetarisch gegessen, damit ich wenigstens nicht ganz so hungrig nach Hause gehen mußte.
    Ich bin es einfach überdrüssig, selbst zu Freunden mein eigenes Essen mitnehmen zu müssen … Das hieß, als ich es noch gemacht habe, auch immer noch für die anderen was mitzubringen, und das ging mir zusätzlich zu sehr ins Geld. Die Toleranz hier daheim ist leider noch sehr unterentwickelt.
    Natürlich wird sich nur auf Nachfrage etwas ändern – aber im Ländlichen ist das ein Kampf gegen Windmühlen.
    Aber dafür kann ich zu Hause so vegan wie nur möglich leben, und das ist mittlerweile für mich die Hauptsache – und ich bin glücklich damit.
    (PS: Beim Italienier hier ist jede Tomatensauce mit Sahne gemacht … auch sowas nerviges, wieso muß immer überall sowas dran sein?)

    • Hallo Davina,
      oh je, da hat du es ja echt schwer. Du hast Recht, je ländlicher die Gegend, desto „tierischer“ werden die Speisen. Das stelle ich auch immer wieder fest.
      Ich bin der Meinung, mit jedem Lebensmittel oder jeder Speise, die man vegan wählt, hat man sich, der Umwelt und den Tieren einen Gefallen getan. Ein „ganz oder gar nicht“ ist vielleicht nicht für jeden möglich oder entspricht dem, was derjenige für richtig hält.
      Ich finde es echt krass, wo überall -auch unnötiger Weise- tierische Produkte verarbeitet werden. So eine Tomatensauce ist mir heute Mittag in der Kantine begegnet. Sie war weder als Tomaten-Sahne- noch als Tomaten-Käse-Sauce ausgelobt, enthielt aber auf Nachfrage hin dennoch Laktose. Wieso? Meiner Meinung nach definitiv ein gesellschaftliches Problem.
      Ich freu mich, wenn du ab und an für ein paar Rezepte oder Anregungen hier vorbei schaust. 🙂
      Gruß, Ingrid

      • Ja, das ist wirklich krass wo man überall Tier untergejubelt bekommt – und es dann noch nicht mal erfährt. Ich wußte bis vor Kurzem auch nicht, dass in ZahnBÜRSTEN tierische Inhaltsstoffe sind.

        Das Schlimsmte ist ja, dass man noch nicht einmal die Wahl hat, ob ich nun ein Produkt ohne oder mit kaufe, weil so vieles nicht deklarationspflichtig ist.

        Aber, wir geben unser Bestes 🙂

Was denkst du darüber?