Vegan im Alltag: Isst du dann nur Gemüse?

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Seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe und vegan ernähre, bin ich mit vielen Fragen und Erstaunen konfrontiert worden. „Dann darfst du ja gar nichts mehr essen! „, „Ist das nicht zu einseitig?“ oder „Isst du dann nur noch Gemüse?“ sind nur einige der Beispiele.

Ich bin mit einer anderen Einstellung an die Ernährungsumstellung heran gegangen. Dass Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch nicht mehr auf dem Speiseplan stehen, habe ich nicht als Verzicht wahr genommen. Es war eher Neugier, was es denn noch so alles gibt und was in meine Küche Einzug halten kann. Und tatsächlich sieht mein tägliches Essen auch bunter aus und hat mehr Komponenten als vorher.

Bin ich natürlich irgendwo zu Gast und es gibt Kartoffelgratin mit Käse, Hackbraten und einen grünen Salat dazu, dann sieht mein Teller wirklich leer und traurig aus. Ich bin nicht auf Diät und werde definitiv nicht satt von ein paar Salatblättern!

Bei mir Zuhause sieht das anders aus. Mein Essen besteht in der Regel aus einer großen Portion Gemüse der Saison, einer Komponente mit hohem Proteinanteil wie z. B. Tofu oder Hülsenfrüchte, einer kohlehydratreichen Beilage und einem Dip.

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Gemüse
Ich kaufe gerne auf dem Wochenmarkt ein und greife dort zu regionalen Produkten, die gerade Saison haben. Die sind frisch, knackig und nicht überteuert. (dazu habe ich auch einen Blogpost gemacht)
Aktuell gibt es bei mir beispielsweise:

– Kürbis
– Mangold
– Spinat
– Rote und gelbe Beete

Proteinreiche Komponente
Ich esse sehr gerne Tofu, nachdem ich heraus gefunden habe, zu welchen Marken man greifen muss. Aber auch Hülsenfrüchte haben ihren festen Platz. Sie sind viel (!) günstiger und sind wesentlich länger haltbar und überall zu besorgen.
Viele Menschen stehen Tofu bzw. Sojaprodukten im Allgemeinen kritisch gegenüber, wie auch Gluten oft gemieden wird. Ich kann die Aufregung um beides nicht so ganz teilen. Soja und Gluten können als Allergene agieren, ich vertrage sie jedoch sehr gut und schließe sie deshalb nicht aus.

Ich baue sie wie folgt in meinem Speiseplan ein:

– Linsen, Bohnen oder Kichererbsen gekocht als Gemüsebeilage
– Linsen weich gekocht als Püree
– Bratlinge aus Hülsenfrüchten und Haferflocken
– Hülsenfrüchte als Suppe oder Eintopf
– Tofu von Veggibell in der Grillpfanne kurz angebraten
– Tofu „mit Geschmack“ wie zum Beispiel Curry-Mango von Taifun als Bestandteil in Füllungen oder Soßen
– Räuchertofu oder marinierten natur Tofu in Streifen angebraten (Taifun finde ich hier von Geschmack und Konsistenz am Besten)

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Kohlehydratreiche Beilage
Da die Proteine aus Hülsenfrüchten und Tofu nicht vollständig sind, ist es wichtig, Vollkornprodukte zu sich zu nehmen. Vollkorngetreide verfügt über andere Aminosäuren. Gemeinsam stellen sie für den Körper eine vollständige und optimale Proteinquelle dar.
Da sie nicht zusammen in einer Mahlzeit aufgenommen werden müssen, kann man gut Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte auf Mittag und Abendessen verteilen.

Ich esse sehr gerne:

– Vollkornreis
– Basmatireis
– Dinkelnudeln
– Maisnudeln
– Reisnudeln
– Vollkorndinkelbrot oder -brötchen
– Kartoffeln als Pommes, Salzkartoffeln, Püree, Gratin oder Bratkartoffeln
– Quinoa
– Hirse

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Dip
Als Dip koche ich mir je nach Saison frische Tomaten ein, ich mache einen Kräuterquark (wie man den Quark macht, findet ihr hier) oder wenn es ganz schnell gehen soll, einen Ketchup zu Pommes oder Bratlingen.

Wie sieht bei euch ein klassisches Alltagsgericht aus?

Viele Grüße,
Ingrid

  • Liebe Ingrid, ich bin ganz deiner Meinung. Seit ich mich vegan ernähre und auch für meine Familie so koche, ist der Speiseplan eigentlich abwechslungsreicher als vorher, da ist kein Verzicht, bzw. keiner empfindet solchen. Zur Zeit kommt noch mein ganzes Gemüse aus dem Küchengarten und das ist natürlich unschlagbar frisch. Und von Salat allein bin ich noch nie satt geworden, aber das vegane Essen, wenn man es so kombiniert, wie du es beschreibst, ist sättigend und zudem äußerst bekömmlich, das ist das tolle daran, man hat sich gut satt gegessen und fühlt sich hinterher trotzdem fit. Ich freue mich schon auf unseren persönlichen Austausch, liebe Grüße Marlies

    • Hallo Marlies,
      Ich finde dieses Gefühl nach einem ausgewogenen und nicht zu fettigen Essen einfach unschlagbar. Wie du beschreibst: der Hunger ist gestillt, aber man fühlt sich nicht beschwert oder müde.
      Auf deinen Küchengarten bin ich ja echt neidisch… Irgendwann gehört so einer auch zu meinen Leben und darauf freue ich mich jetzt schon. 🙂
      Liebe Grüße, Ingrid

      • Liebe Ingrid, tröste dich, in deinem Alter hatte ich auch noch keinen! Also kannst es mir nachmachen. Es bleibt noch Zeit genug. lg Marlies

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