Kurkuma: Medizin bei Krebs, Alzheimer und Arthrose?

Ich habe schon früh eine Begeisterung für die Gewürz-Schublade meiner Mutter entwickelt. Sobald man sie aufzieht, steigt einem ein Mix aus kräftigen und exotischen Düften in die Nase.

Als ich begann, die ersten Gerichte zu kochen, begriff ich schnell, dass allein durch die Zugabe eines dieser Pulver die ganze Mahlzeit einen anderen Anstrich erhält. Curry entpuppte sich bald als mein Favorit. Neben dem Geschmack mochte ich auch die kräftige gelbe Farbe.

Exotische Farbe, unscheinbarer Geschmack

Mittlerweile stelle ich mir meine eigene Curry-Mischung zusammen und weiß, dass diese wunderbare Farbe von der Kurkuma Wurzel stammt.

Frisch hat die Wurzel einen stark herben, bitteren Geschmack und ist deshalb kein Liebling. Sobald man aber das Pulver verwendet (und es nicht anbrennen lässt), fügt es sich wunderbar in den Reigen der anderen Geschmacksnoten ein und tritt kaum in Erscheinung. Gemeinsam mit Pfeffer ein starkes Duo. Und so ist es in meiner Küche neben Salz & Pfeffer das Gewürz, das ich am meisten benutze. Warum?

Eine Wunderwaffe?

In der ayurvedischen Küche und Medizin spielt Kurkuma eine wichtige Rolle. Und auch die westliche Medizin hat in zahlreichen Studien die positiven Aspekte dieses Gewürzes entdeckt.

In einer Studie wurden den Probanden über einen Zeitraum von 7 Tagen täglich ein halber Teelöffel Kurkuma verabreicht. Nach Ablauf der Woche mischte man das Blutplasma der Probanden mit oxidiertem Cholesterin und stellte fest, dass sich im Blut der Probanden wesentlich weniger Tumornekrosefaktor, ein entzündungsfördernder Stoff, bildete als üblich. Kurkuma ein entzündungshemmender Stoff? (1)

Man untersuchte auch die Wirkung von Lebensmitteln auf das körpereigene Enzym TOR. Das Enyzm ist eine Art Beschleuniger des Zellwachstums. Sehr aktiv in der Kindheit und – bei Krebserkrankungen. Zu den Lebensmitteln, die das Enzym TOR und somit die Zellteilung der Krebszellen hemmen, zählt auch Kurkuma. (2) Klinische Studien bei der Behandlung von Darmkrebs Patienten zeigten, dass sich bei der langfristigen Gabe von Extrakten aus der Kurkuma Wurzel signifikante Reduzierungen der Krebszellen/Metastasen ergaben. (3)

Auch Patienten mit rheumatischer Arthrose wurde in einer Blindstudie Kurkuma verabreicht. Die Gruppe, die Kurkuma verabreicht wurde, profitierte nach Abschluss der Behandlung gegenüber der Gruppe, die die regulären Medikamente erhalten hatte. Ihre Gelenke waren weniger empfindlich und steif und auch die Schmerzen waren durch die Gabe gelindert worden. (4)

Eine kleine Studie befasste sich mit Alzheimer Patienten. Wie Krebs ist auch Alzheimer eine Erkrankung, die in Indien mit erschreckend geringem Prozentsatz im Vergleich zu westlichen Ländern auftritt. Neben der überwiegenden pflanzlichen Ernährung bringt man dies in Verbindung mit dem hohen Konsum von Kurkuma im Curry-Gewürz. Aus diesem Grund verabreichte man drei Alzheimer-Patienten im fortgeschrittenen Stadium täglich einen Teelöffel Kurkuma. Es zeigte sich, dass sich der Zustand der Patienten erheblich verbesserte. (5)

Hokus Pokus?

Vielleicht… Die Frage, warum dieses Wissen noch nicht weiter verbreitet ist, stellt sich natürlich. Andererseits – welcher Pharmakonzern verdient an der Förderung des Gewürzhandels? Wir wissen, dass große Studien große Fördergelder benötigen.

1 Teelöffel Kurkuma pro Tag – damit kann man nichts falsch machen. In dieser Menge auf jeden Fall unbedenklich und vielleicht sogar gesundheitsfördernd. Wer weiß? Ein Versuch ist es wert.

Was haltet ihr von diesen Studien?

Viele Grüße,

Ingrid

 

PS: Ich bin keine Ärztin. Ich informiere mich nur gerne über die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse bzgl. Ernährung. Zur Behandlung einer der o.g. Erkrankungen konsultiert bitte euren behandelnden Arzt.

 

Quellen:

(1) vgl. Greger, Michael M.D.: „Which Spices Fight Inflammation“, in: NutritionFacts.org., http://nutritionfacts.org/video/which-spices-fight-inflammation/ (Stand: 17.10.2014).

(2) vgl. Greger, Michael M.D.: „Prevent Cancer from Going on TOR“, in: NutritionFacts.org., http://nutritionfacts.org/video/prevent-cancer-from-going-on-tor/ (Stand: 17.10.2014).

(3) vgl. Greger, Michael M.D.: „Turmeric Curcumin and Colon Cancer“, in: NutritionFacts.org., http://nutritionfacts.org/video/turmeric-curcumin-and-colon-cancer/ (Stand: 17.10.2014).

(4) vgl. Greger, Michael M.D.: „Turmeric Curcumin and Rheumatoid Arthritis“, in: NutritionFacts.org., http://nutritionfacts.org/video/turmeric-curcumin-and-rheumatoid-arthritis/ (Stand: 17.10.2014).

(5) vgl. Greger, Michael M.D.: „Treating Alzheimer’s with Turmeric“, in: NutritionFacts.org., http://nutritionfacts.org/video/treating-alzheimers-with-turmeric/ (Stand: 17.10.2014).

4 Kommentare

    • Hallo Claudia,

      das ist auf jeden Fall Geschmackssache, aber bestimmt auch Gewöhnung. Wenn ich andere Gewürze mit verwende, tritt der Geschmack meine Meinung nach nicht in den Vordergrund. Wichtig ist, dass er nicht anbrennt, denn dann schmeckt es sehr bitter.

      Ich verwende etwas Kurkuma, Ingwer und Zimt in meinen Haferflocken, die ich morgens koche. Wenn ich eine Soße oder Suppe koche, ist auch immer Kurkuma gemeinsam mit anderen Gewürzen darin. Oder wenn ich Bratlinge würze… So komme ich dann über den Tag verteilt schon auf eine größere Menge.

      Liebe Grüße, Ingrid

  1. Als Medizin würde ich mir das in eine Art Smoothie tun, so etwas trinke ich jeden Morgen mit Hanfprotein, Maca und Weizengras. Also sehr lecker ist das nicht, aber gesund. Sonst würze ich auch gerne mit Kurkuma, aber eben nicht permanent, ich möchte auch mal was anderes schmecken. Aber von den positiven Wirkungen habe ich auch schon gelesen und halte sie für gut möglich. lg Marlies

    • Hallo Marlies, das mit dem Smoothie finde ich eine gute Idee! Meine Lieblingskombi Banane Himbeer kann das bestimmt ohne Weiteres vertragen.
      Liebe Grüße,
      Ingrid

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