Fasten für Anfänger

Hier findest du Infos, auf welche Arten du fasten kannst und was zu beachten ist.

In meinem Beitrag 4 Gründe fürs Fasten habe ich dir geschildert, wie sehr du profitierst, wenn du dich für eine Fastenzeit entschließt. Hier bekommst du nun genauere Infos. Denn fasten ist nicht gleich fasten.

Ich stelle dir im Folgenden drei verschiedene Arten vor, wie du fasten kannst:

  • Verzicht auf bestimmte Verhaltensweisen, z.B. vor dem Schlaf im Internet surfen
  • Verzicht auf ausgewählte Lebens- oder Genussmittel, z.B. Croissant zum Frühstück
  • Verzicht auf einen Großteil der Nahrung, z.B. Heilfasten

„7 Wochen ohne“

„7 Wochen ohne“ ist eine Fastenaktion der evangelischen Kirche. Dort wird es als „Fasten im Kopf“ bezeichnet. Die Forumulierung finde ich passend, denn es geht darum, auf bestimmte Verhaltensweisen zu verzichten. Hast du vielleicht eine Angewohnheit, von der du weißt, dass sie dir schadet? Bei meinem letzten Fastenvideo hat eine Zuschauerin kommentiert, dass für sie der Verzicht auf Kosmetik etwas wäre. Das, wo du merkst, das ist zu viel. Da bin ich nicht mehr im Gleichgewicht. Da würde ich bei dieser Art des Fastens ansetzen. Das könnte genauso gut sein, dass du versuchst den Gebrauch deines Smartphones zu reduzieren. (Dazu habe ich übrigens ein ganz tolles Video gefunden: Klick)  Es geht einfach darum, die Routine deines Alltags zu hinterfragen, um eine neue Perspektive zu gewinnen. Das Aktion „7 Wochen ohne“ hat 2017 das Motto: „Augenblick mal! Sieben Wochen ohne Sofort“. Es gibt begleitendes Material von Kalender bis Email-Newsletter mit Impulsen, die dich dazu bringen, dich weiter zu entwickeln. Ich selbst habe das schon einige Male mitgemacht und fand es jedesmal bereichernd. Hier geht es zur Seite der Aktion: Klick.

Verzicht auf bestimmte Lebens- oder Genussmittel

Bei dieser Art des Fastens geht es darum, die eigenen „Laster“ zu identifizieren. Zum Beispiel das Glas Rotwein am Abend oder Rauchen, Kaffee, und und und. Auch hier geht es darum, erst einmal zu identifizieren, wo du im Ungleichgewicht bist. Wovon konsumierst du deinem Gefühl nach zu viel? Wenn du nur einmal pro Monat ein Glas Wein trinkst, ist das nicht das geeignete Mittel, um darauf zu verzichten. In einem Interview mit dem katholischen Pater Antonios Pfeil habe ich eine schöne Idee entdeckt. Er schlägt vor, das Geld, das man für sein „Laster“ ausgegeben hätte einer wohltätigen Einrichtung spendet. Das finde ich sehr schön, da das Fasten somit auch anderen Menschen etwas Gutes tut. Außerdem finde ich die Papstbotschaft für 2017 lesenswert: „Das Wort Gottes ist ein Geschenk. Der andere ist ein Geschenk.“

Verzicht auf einen Großteil der Nahrung

Dies ist die Art des Fastens, an die die meisten Menschen denken, wenn sie das Wort fasten hören. Es bedeutet, dass man wirklich Einschnitte in seiner Ernährung macht und seinem Verdauungstrakt eine Auszeit gönnt. Auch hier gibt es nicht nur eine Möglichkeit, das Heilfasten zu betreiben. Ich kann euch drei Arten empfehlen, die ich euch in meinem nächsten Beitrag im Detail vorstellen werde.

  • Heilfasten nach Buchinger
  • Fasten nach F.X. Mayr
  • Ayurvedisches Fasten

Meine Tipps fürs Fasten!

Egal auf welche Art du dich entschließt, zu fasten – es gibt Dinge, die du beachten solltest, damit es eine erfolgreiche Aktion wird. Zu allererst entscheide dich für einen Zeitraum, den du bewältigen kannst. Fasten bedeutet Verzicht und das fällt jedem schwer. Ich selbst habe schon mehrmals auf verschiedene Arten gefastet und kenne das schon. Ich traue mir einen längeren Zeitraum zu. Wenn du jedoch erst angefangen hast, solltest du lieber einen kurzen Zeitraum wählen, z.B. 5 Tagen. Je nachdem, was du dir zutraust. Denn du möchtest ja auch dein Ziel erreichen. Beim nächten Mal kannst du dich dann steigern.

Fasten ist keine Diät! Viele Menschen versprechen sich einen Gewichtsverlust, wenn sie fasten. Das kann unter Umständen eintreten, wenn man starkes Übergewicht hat. In diesem Fall empfehle ich aber das Fasten nur unter ärztlicher Aufsicht. Bist du gesund und hast Normalgewicht, dann wirst du durch das Heilfasten kein Gewicht verlieren. Zu Beginn wird sich etwas auf der Waage tun: du scheidest viel Wasser aus und dein Magen-Darm-Trakt ist einfach leerer. Sobald du aber wieder zu deinem Alltag zurückkehrst, kommt das verlorene Gewicht wieder zurück.

In der Zeit in der du fastest, solltest du genügend Zeit für dich einplanen. Du wirst Momente haben, wo du mit dir haderst oder einfach etwas kaputt bist. Deshalb ist es wichtig, dass du genug Zeit für Schlaf findest oder einfach Ruhezeiten. Genauso wichtig ist aber auch Bewegung. Auch beim Heilfasten wirst du Energie haben und dein Stoffwechsel wird durch die Bewegung angeregt. Ein strammer Spaziergang an der frischen Luft ist genau das Richtige beim Fasten. Ein leichtes Training wird dir Freude bereiten. Überleg dir schon im Vorfeld, was du machen könntest und finde eventuell Begleitung. In deiner Fastenzeit solltest du dir auch den Rücken freihalten: keine wichtigen Termine!

Und zum Schluss: informiere dein Umfeld darüber, was du vorhast. Denn es wird den Menschen um dich herum auffallen, dass du dich anders verhältst. Manche reagieren vielleicht ein wenig komisch oder verstehen es nicht. Andere meinen es gut mit dir und finden, du könntest mal ein Auge zudrücken. Das möchtest du aber nicht! Finde Cheerleader, die dich in schwachen Momenten aufmuntern und dich an dein Ziel erinnern. Es tut gut, wenn jemand zu dir sagt: Jetzt bist du schon so weit gekommen – denk an dein Ziel! Vielleicht verabredest du dich auch, um dein Fastenbrechen zu feiern. Denn so viel Durchhaltevermögen kann wirklich gefeiert werden!

Was sind deine Erfahrungen mit dem Fasten? Hast du noch Tipps?

Viele Grüße,

Ingrid