Heilfasten: 3 Methoden (F.X. Mayr / ayurvedisches Fasten / Buchinger)

Du möchtest gerne Heilfasten und überlegst, welche Methode du verwenden möchtest? Erfahre in diesem Beitrag mehr! 

In meinen letzten beiden Beiträgen habe ich dir meine 4 Gründe fürs Fasten genannt und eine Einführung in das Fasten für Anfänger. Denn neben dem Heilfasten gibt es auch andere Wege um zu Fasten. Wenn du dich jedoch entschieden hast, das Heilfasten einmal auszuprobieren, möchte ich dir hier einen kurzen Überblick über drei verschiedene Methoden geben, dir mitgeben, was wichtig ist und auch von meinen Erfahrungen berichten.

Heilfasten nach F.X. Mayr

Bei dem Heilfasten nach F.X. Mayr liegt der Fokus auf dem Kautraining, der Darmentlastung und reichlichem Trinken (stilles Wasser, Kräutertees und salzarme Gemüsebrühe). Für Zuhause wird eine 7-Tages Kur empfohlen: die so genannte „Milch-Semmel-Diät“ oder eine milde Ableitungs-Diät. Die „Milch-Semmel-Diät“ wird heutzutage mit dem trockene Dinkel-Vollkornbrötchen oder Nüsse mit Flüssigkeit durchgeführt. Man kaut sehr lange auf den einzelnen Brötchen-Happen, bis diese vollständig eingespeichelt sind. Dadurch wird die Speise leichter verdaulich und das Hungergefühl setzt früher ein. Die milde Ableitungsdiät besteht aus drei Stufen: zu Beginn werden nur leicht verdauliche Speisen gegessen, dann steigert man sich bis zum Ende hin zu schwerer verdaulichen Lebensmitteln ( Basensuppen, gedämpftes Wurzelgemüse, Kartoffeln und Kräuter). Bei beiden Diäten wird begleitend Bittersalzlösung zur Darmreinigung sowie ein Basenpulver zur Entsäuerung eingenommen.

Sehr ausführlich und unterhaltsam geschreiben, führt das Buch „Alles scheiße!?“ von Dr. med. Schulte* in diese Heilfasten-Methode ein und gibt auch Vorschläge für die Diät-Zusammenstellung.

Weitere Infos im Netz findest du auf der Seite von Mayr Kuren.

Ayurvedisches Fasten

Im Ayurveda werden Fastenkuren durchgeführt, um das Verdauungsfeuer zu stärken, Stoffwechselschlacken zu beseitigen und den Zellstoffwechsel anzuregen. Führt man die Kur zuhause durch, so wird eine Woche Dauer empfohlen: ein Vorbereitungstag, drei Fastentage und ein Aufbautag. Je nach Konstitution wird eine andere Fastenkur empfohlen: von nur heißem Wasser, Ingwertee und dünner Reissuppe bis hin zu Suppenkuren mit drei kleinen, leichten Mahlzeiten am Tag. Durch das Hinzufügen von bestimmten Gewürzen zu den Mahlzeiten können einzelnen Beschwerden entgegen gewirkt werden. Die Ernährung wird begleitet durch Yoga, Meditation und Ölmassagen. Wichtig in dieser Zeit ist, dass wir unseren Organismus zur Ruhe kommen zu lassen, um den Entgiftungsprozess nicht zu stören.

Auf den Seiten von Rosenberg Ayruveda findest du einen ausführlichen Artikel mit Rezepten für die ayurvedische Fastenkur Zuhause. Um zu ermitteln, welche Konstitution gemäß Ayruveda hast und um deine Ernährung darauf abzustimmen, kannst du hier einen Test durchführen.

Heilfasten nach Buchinger

Möchtest du nach Buchinger Zuhause fasten, so empfiehlt sich die „Fastenwoche für Gesunde“. Diese besteht aus einem Entlastungstag, fünf Fastentagne und zwei Aufbautagen. An den Fastentagen nimmst du mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit in Form von frischgepressten Obst- und Gemüsesäften, Gemüsebrühe, Tees mit Honig sowie Wasser zu dir. Feste Nahrung steht in dieser Zeit nicht auf dem Speiseplan. Begleitet wird die Kur durch  das Abführen mit Glaubersalz sowie leichte Bewegung (Ausdauer), Massagen, Sauna und Meditation.

Detaillierte Anweisungen findest du auf den Seiten der Ärztegesellschaft für Heilfasten. (unter 5.0 Fasten für Gesunde)

Das ist wichtig!

Fasten Zuhause ist nur empfehlenswert, wenn du:

  • normales Körpergewicht hast
  • ohne Medikamente lebst
  • psychisch und körperlich beschwerdefrei bist

In allen anderen Fällen sprich bitte mit deinem Arzt oder Heilpraktiker über deine Pläne und lass dich beraten. Denn es besteht auch die Möglichkeit unter ärztlicher Aufsicht eine stationäre Fastenkur durchzuführen.

Meine Erfahrungen

Ich habe schon einige Male gefastet. Bevor ich mich mit Heilfasten beschäftigt habe, hatte ich schon einige Mal „7 Wochen ohne“ von der evangelischen Kirche mitgemacht und war damit vertraut, über einen bestimmten Zeitraum auf gewisse Lebensmittel oder Verhaltensweisen zu verzichten. Mein Favorit beim Heilfasten ist eine Kombination aus der Kur nach F.X. Mayr aus dem Buch von Dr. Schulte sowie dem ayurvedischen Heilfasten. Ich bin sehr überzeugt von Ayurveda und richte auch im Alltag meine Ernährung danach aus. Aufgrund dessen schreckt mich das Heilfasten nach Buchinger auch ab. Ich denke, dass der komplette Verzicht auf feste Nahrung nichts für mich und meinen Organismus ist.

Ich habe die Fastenkuren 7-10 Tage berufsbegleitend durchgeführt und die Dauer auch auf mein Befinden abgestimmt.  Einfach ist es nicht – aber mir ist es die Anstrengung wert. Ich merke, wie sich mein Darm in dieser Zeit beruhigt und erholt. Dieser Effekt hält auch noch eine Weile an und hat mich so beflügelt, dass ich mich schon auf das nächste Fasten freue. Im letzten Herbst habe ich ein „Food Diary“ von dem Tag gedreht, als ich das Fasten gebrochen habe. Da kannst du ja mal rein schauen und hören, wie es mir an dem Tag so ging.

Es ist wirklich wichtig, dass du in dich hinein hörst. Ist jetzt die richtige Zeit zum Fasten für mich? Was ist für mich zu anstrengend? Was kann ich gut schaffen? Es ist egal, was irgendwelche Pläne vorgeben, DEIN Empfinden ist am Wichtigsten. Was sich nicht gut anfühlt, kann dir auch nicht gut tun. Ich hatte dieses Jahr auch vor, wieder zu fasten. Habe aber gemerkt, dass ich dazu zur Zeit keine Energie habe und habe diesmal darauf verzichtet.

Wie stehst du zu Heilfasten? Was sind deine Erfahrungen damit?

Viele Grüße,

Ingrid